Mythen über die Sicht von Hunden gibt es viele. Sehen Hunde wirklich nur in Schwarz-Weiß? Erkennen sie ihre Halter auf Fotos? Aktuelle Forschung gibt darauf differenzierte Antworten.
Farbwahrnehmung: Nicht nur Schwarz-Weiß
Hunde sind Dichromaten: Sie besitzen zwei Arten von Zapfen in der Netzhaut, während Menschen drei haben. Hunde unterscheiden vor allem Blau- und Gelbtöne, Rot und Grün dagegen erscheinen ihnen als ähnliche Grautöne. Ein roter Ball auf grünem Rasen ist für sie schwer zu erkennen — ein blaues Spielzeug auf demselben Rasen dagegen sticht hervor.
Sehschärfe: Bewegung schlägt Detail
Die Sehschärfe von Hunden liegt etwa bei 20/75 nach menschlichem Maß. Was wir aus 25 Metern Entfernung scharf sehen, erkennt ein Hund erst aus etwa 7 Metern in derselben Schärfe. Dafür sind Hunde Bewegungssehspezialisten: Sie nehmen kleinste Bewegungen aus großer Entfernung wahr — eine Anpassung an ihr Erbe als Jäger.
Sehfeld und Nachtsicht
Das Sehfeld eines Hundes umspannt je nach Rasse 240 bis 290 Grad — mehr als das menschliche Sehfeld von rund 180 Grad. Bei Dämmerung sehen Hunde dank einer reflektierenden Netzhautschicht (Tapetum lucidum) deutlich besser als wir. Das ermöglicht es ihnen, auch im Halbdunkel sicher zu navigieren.
Erkennen Hunde Bilder?
Studien zeigen: Hunde können bekannte Personen und Gesichter auf Fotos erkennen — allerdings nicht so zuverlässig wie über Geruch und Stimme. Die Kombination aus Sicht, Geruchssinn und Hörsinn ist es, die einem Hund seine Welt verständlich macht.
Tipps für Hundehalter
- Wählen Sie Spielzeug in Blau oder Gelb — es hebt sich für den Hund deutlich vom Untergrund ab.
- Verlassen Sie sich beim Apportieren nicht nur auf Farbe, sondern auch auf Form und Größe.
- Bei älteren Hunden mit nachlassender Sicht helfen akustische Signale und feste Routinen.
Bei Augenbeschwerden Ihres Tieres beraten wir Sie gerne in unserer Marien Apotheke und vermitteln bei Bedarf den Kontakt zu einer spezialisierten Tierarztpraxis.